Ghana and Australia - Here I am

14Dezember
2014

Europatour

Und mal wieder habe ich es nicht geschafft, regelmäßig etwas zu schreiben, und muss jetzt wieder einige Monate kurz zusammenfassen. 

Aus "Ich trampe mal nach Bristol" sind mal wieder einige Monate geworden, die mich quer durch ganz Europa geführt haben.
Ich vermute, wenn ich jetzt chronologisch einfach anfange, alle möglichen Städte und Länder aufzuzählen, werden wohl einige von euch die Orientierung etwas verlieren- was kein Vorwurf an eure geografischen Kenntnisse sein soll, sondern eher darauf anspielt, dass es doch nicht so die kürzeste Reise war.

Also fangen wir mal so an: 

 

 

Von Wolfsburg nach Berlin trampen- mit einem kleinen Umweg. 
Auf dieser Reise gab es keine Pläne wohin es geht, sondern es ging einfach los.
Zunächst hieß es hier und da ein paar Freunde und ehemalige Reisepartner zu besuchen, in Norwegen hieß es nach vor der Kälte flüchten und anschließen ließen wir uns dann einfach treiben und sind dort hin gereist, wo das nächste Auto eben hingefahren ist. (-Wir schließt Andrew ein, denn inzwischen haben wir beschlossen, dass zu zweit reisen doch schöner sein kann)

Vor einigen Artikel habe ich in Australien noch gescherzt, wie verrückt es sich anhört, wenn man diese Distanzen in Europa per Anhalter zurücklegen würde und habe das Beispiel "von Oslo bis Rom" gewählt. Jetzt bin ich tatsächlich von Norwegen bis Italien und sogar noch weiter gereist. Und ob sich das Ganze verrückt anfühlt? Vielleicht- aber dann wohl eher wegen unserem Lebensstil! Dem Containern sind wir treu geblieben (und haben es sogar zu unsere einzigen Nahrungsquelle aufsteigen lassen) und schlafen tun wir im Zelt (auch wenn in den Alpen oder in Bosnien mal der Tau morgens einfriert und man sich seinen Weg aus dem Zelt brechen muss). Dementsprechend liegen meine Ausgaben pro Monat bei 5-10 Euro, je nach Stimmung der Taschenlampenbatterien ;) 

Wer also denkt, für Reisen braucht man Geld, irrt sich gewaltig. Denn wenn man seinen Lebensstandart etwas ändert und auch mal ein, oder zwei... oder drei...... Tage ohne Dusche auskommt, dann geht das Ganze auch umsonst.
Ich liebe mein Leben- keine Frage, aber ich möchte hier auch nicht jedem nahe legen, es mir nach zu tun, ohne vorher nachzudenken. Denn wenn das Zelt vom Regen überschwemmt ist und man seinen Schlafsack mit dem Handföhn einer McDonalds Toilette trocknen muss, kann ich es doch verstehen, wenn einige ihre "Hotelreisen" bevorzugen. Aber wenn man der Abenteuertyp ist und einem so etwas nicht die gute Laune raubt, dann kann ich so einen Trip nur empfehlen! 

Von sternenklaren Nächten, Sonnenstrahlen und Vögeln die einen Morgens wecken bis zu den liebsten Menschen der Welt. Von vorne bis hinten hat man unglaublich viele positive Erlebnisse in so einer Zeit. Allein die unzähligen, herzallerliebsten Personen, die uns am Abend mit nach Hause genommen haben und auf ihrem Sofa haben schlafen lassen, zeigen mal wieder das Gute im Wesen der Menschen. Um nur ein Beispiel zu nennen: eine Gruppe von LKW-Fahrern, hat uns beobachtet, als wir nach einem Zeltplatz gesucht haben und uns zu ihnen in die Fahrerkabine gewunken. Anschließend haben wir mit ihnen ein paar Bier dort getrunken, haben viel gelacht und durften in einem der leeren Betten im Truck übernachten, da es eine Unwetterwarnung für diese Nacht gab.
Und genau so wie in dieser Nacht, sind uns Tag für Tag nette Leute über den Weg gelaufen, die immer bereit waren zu helfen.
Rund 400 Autofahrer, haben für uns angehalten, und waren somit ein Teil unserer Reise. Ohne diese einzelnen Menschen, wären alle diese Erfahrungen und Erlebnisse nicht möglich gewesen, deshalb ein riesiges DANKE an all meine Lifts! Und falls Ihr, das nächste Mal an einem Tramper vorbeifährt, denkt doch drüber nach anzuhalten. Wer weiß was für eine interessante Lebensgeschichte hinter dieser Person stecken mag!

Und falls ihr mal jemanden auf einer öffentlichen Toilette die Haare waschen seht oder euch über jemanden wundert, der im Fastfoodrestaurant Kamera und Handy auflädt- habt ein Lächeln im Gesicht und denkt daran, was für eine abenteuerliche Zeit gerade hinter dieser Situation stecken könnte :)

Um euch aber an dieser Stelle nicht weiter mit unendlich langen Berichten zu langweilen, kommen mal ein paar Eindrücke meiner letzten 3.5 Monate in Form von Bildern, denn die sagen ja manchmal sowieso mehr aus: 


Vom Boot trampen in Amsterdam


zum Campen in den Alpen 

Zu den 25° und dem Meer in Kroatien

Und in die Wälder von Montenegro

Und samt Backpack durchs verregnete Sarajevo

 

Eine unglaublich schöne Zeit hatte ich in diesen 19 Europäischen Ländern auf jeden Fall, und ich freue mich jetzt schon tierisch auf den nächsten Trip. Aber vorerst bin ich noch bis Weihnachten zurück in Deutschland und werde dann vermutlich erst mal etwas arbeiten, da der nächste Trip wohl etwas länger gehen wird und auch ein paar Visakosten in dem ein oder anderen Land auf mich zukommen werden. Und Arbeit ist in meinem Leben hin und wieder auch eine Willkommene Abwechslung, voreinigen wenn es sich dabei um meine geliebten Pedicaps handelt.
Bis dahin: Frohe Weihnachten und genießt euer Leben :)

23Sept
2014

Wieder unterwegs!

So, ein Jahr habe ich jetzt wohl noch Zeit bis ich mit dem Studium beginne.

Also raus aus Deutschland!

 

Über Wilhelmshaven, Holland, Belgien und Frankreich habe ich mir meinen Weg bis nach England erkämpft- und das in nicht mal 30 Stunden!

Und dies waren wohl so ziemlich mit die erlebnisreichsten 30 Stunden die man sich nur vorstellen kann. Lift für Lift, neue, interessante Menschen. Da war zum Beispiel der Manager von Jim Beam, der die Verträge mit allen Deutschen Supermärkten macht und uns eine Flasche geschenkt hat. Das Belgische Paar, das uns einen Lift von Münster bis Antwerpen gegeben hat oder die zwei Soldaten, die uns von Gent bis nach Canterbury in England mitgenommen haben. Eine Frau mit 6 Hunden im Auto, ein Truckdriver der mich in Bristol bis vor Lisas Tür gefahren hat. Der ehemalige Punkrocker, der jetzt der Manager von Rewe in Norddeutschland ist, der Teppichverkäufer, der Kuhpreisrichter, der Besitzer einer Behindertenwerkstadt bei Cloppenburg, die Polen mit denen wir uns nichtmal verständigen konnten.. Und noch so viele mehr, man kann gar nicht mehr alle Leute aufzählen, die für mich gehalten haben.

Zusammen mit dem Iren Andrew, den ich ja bereits in Australien kennengelent habe, bin ich in Wolfsburg gestartet und war auch vorerst mit ihm zusammen unterwegs. Bei Canterbury haben sich unsere Wege dann fürs erste wieder getrennt, was für mich zumindest im Sinn der Geschwindigkeit ein großer Vorteil ist, denn eine Person ist doch deutlich einfacher als zwei, wenn es um die Frage geht, wer so anhält und wer nicht. Besonders als Frau hat man den Vorteil, dass andere Frauen eher für einen halten, als für einen fremden Mann. Und all die Autos, in denen nur ein Platz frei ist, statt zwei, sind plötzlich auch eine Option.

Und jeder der jetzt denkt, dass trampen heut zu Tage zu gefährlich ist, gar nicht mehr funktioniert, der liegt wohl falsch.

 

Gerade all die Leute, die in den 80ern selbst viel getrampt sind, halten immer freudig an und erzählen einem wie schade sie es finden, dass man ja überhaupt keine Tramper mehr sieht.

Und niemand plant ja wohl einen Tramper einzusammeln und ihn auszurauben oder zu töten- das ist doch Schwachsinn. Von einer lebendigen Autobahnraststätte zur nächsten, Zeugen ohne Ende. Und Backpacker haben doch eh nichts, was sich zu klauen lohnt.

Ganz ehrlich, das ist doch einfach nur eine Einbildung der Medienwelt. Von einem ausgeraubten Tramper wird vielleicht berichtet, aber von tausenden guten Mitfahrgelegenheiten, bei denen Menschen gut von A nach B gekommen sind und neue Freundschaften unterwegs geschlossen haben, will doch keiner was wissen, das ist doch langweilig.

 

Im Grunde ist die Wahrscheinlichkeit doch viel höher, einen normalen Unfall zu haben, von einem Nilpferd zertrampelt zu werden oder einen tödlichen Stromschlag zu bekommen. Und trotzdem fahren Menschen Auto, machen Urlaub in Afrika und benutzen Steckdosen. Aber trampen ist zu gefährlich!?

An alle die das Thema zu kritisch sehen: Vertraut mal etwas mehr auf das gute in jedem Einzelnen, auf Menschenkenntnis und auf Hilfsbereitschaft. In all den Monaten trampen in Neuseeland und Australien habe ich nur gute Erfahrungen gesammelt und in Europa klappt das ganze auch viel besser als erwartet, keine Frage!

 

Das einzige was man vielleicht vermeiden sollte, ist das zu Fuß überqueren einer Autohbahn, da in diesem Fall die Polizei der nächste Lift ist ;) Aber gut- diese Erfahrung musste auch mal sein, und die Polizisten haben ja sehr freundlich reagiert, schließlich war es ja nicht unsere Schuld, dass wir auf dem Standstreifen rausgelassen wurden.

Ich bin also wieder vollkommen in Reisestimmung wie man merkt, und ich bin froh, das ich noch ein weiteres Jahr Zeit habe, um mein Leben so zu genießen, wie ich es gerne mag!

 

Zur Zeit bin ich noch in Bristol, aber morgen früh muss ich mich bereits auf den Weg zurück nach Frankreich machen, da ich zufällig in einen Job “hineingefallen” bin, der nächsten Donnerstag in Paris beginnt. Der Job ist für 6 Tage auf einer Cateringmesse in Paris, sodass ich im Grunde nur lächeln, französisch reden und Essen anbieten muss. Eigentlich hatte ich erst vor mir in vielleicht 2 Monaten einen Job zu suchen, aber zu diesem Angebot konnte ich einfach nicht nein sagen und ehrlich gesagt freue ich mich schon fast darauf, endlich mal wieder etwas zu arbeiten. Und ein bzahltes Hotel inklusive Frühstück, bezahltes Feierabendbier und all so etwas ist ja auch nicht gerade der schlechteste Service vom Arbeitgeber.

 

Also hoffe ich mal, dass mein Glück beim Trampen weiterhin bei mir bleibt und ich schnell genug in Paris ankomme. Von da an werde ich mal sehen, wie es so weiter geht. Ihr kennt mich schließlich, planen ist eher nicht so ganz mein Ding, Spontanität ist nun mal viel einfacher.

02Sept
2014

Das Leben aus dem Dumpster

Internationales Management in Magdeburg.. Das ist wohl doch nicht mehr so ganz meine Welt denke ich.

 

Profitdenken, Erfolg, Gewinne..

 

Ich bin doch die Person, die Monatelang aus Supermarktcontainern gelebt hat!

Darauf wollte ich sowieso noch mal genauer eingehen.

Jeder der an einen einfachen, dreckigen Müllcontainer denkt, liegt wahrscheinlich völlig falsch.

Und jeder, der denkt, dass das nur Obdachlose machen, oder in jedem Fall das einzige Motiv Geldmangel ist, liegt erst recht falsch.

 

Verschwendung hat in unserer westlichen Welt einfach ein unvorstellbares Ausmaß. Jeder denkt nur an seinen eigenen Profit am Ende, jeder will nur den perfekten Apfel ohne Dellen, jeder Supermarkt hat seine schrägen Standards. Ablaufdaten überall, danach ist alles Müll. Keiner will mehr etwas kaufen, dass Morgen, übermorgen schlecht sein könnte. Alles muss günstig sein.

 

Doch was passiert mit den Lebensmitteln, die schon in zwei Tagen ablaufen, wenn schon die neue Lieferung angekommen ist?

Was passiert mit der Packung Eier, in der eines zerbrochen ist?

Was passiert mit dem Salatkopf, der ein leicht braunes Blatt ganz oben hat?

Was passiert mit den Brownies, die plötzlich aus dem Programm genommen werden?

Was passiert mit dem Brot, was am Ende des Tages in der Bäckerei übrig bleibt?

 

Ich könnte noch ewig so weiterreden. Alle diese- noch vollkommen guten- Lebensmittel landen Tag für Tag im Container. Säuberlich in Müllsäcken verpackt.

Was ist mit der Moral unserer Gesellschaft passiert, das sich die Weltwirtschaft so entwickelt hat, dass kein Respekt mehr vor Nahrungsmitteln vorhanden ist?

Auf einer Seite der Welt hungern Menschen, auf der anderen Seite herrscht diese Verschwendung.

Es ist günstiger eine Packung von 30 Eiern wegzuschmeißen, statt jemanden zu bezahlen, der das eine Ei, das bei der Lieferung zerbrochen ist, austauscht.

Man könnte das obere Blatt eines Salatkopfes einfach entfernen, damit er wieder frisch aussieht, doch das ist schon wieder zu viel Aufwand.

Man könnte so vieles tun, aber nichts wird gemacht.

 

Die Bäckereien in den Supermärkten haben Verträge, die aussagen, dass bis 30 Minuten vor Schließung des Geschäftes, noch alle verschiedenen Brotmodule gefüllt sein müssen. Als ob es möglich wäre, all den Rest in dieser Zeit zu Verkaufen! Könnte man stattdessen nicht lieber in der letzten Stunde einfach alles reduzieren, um es noch zu verkaufen? Würde das nicht theoretisch mehr Sinn machen? Nein, denn dann regen sich die verwöhnten Kunden nach Feierabend auf, dass ihr liebstes Brot ausverkauft ist. Also ist es vielleicht auch die Schuld von jedem einzelnen, und nicht den großen Supermarktketten selbst? Unterstützen wir nicht alle dieses System?

Ehrlich jetzt, wer von Ihnen würde freiwillig zu dem Apfel mit einer braunen Stelle greifen, wenn direkt daneben einer liegt, der vollkommen perfekt aussieht?

                                 

Für mich am Schlimmsten ist allerdings die Verschwendung des Fleisches. Einen Tag fand ich im Container beispielsweise 20 ganze Hähnchen. Kein Mensch hat jemals einen Bissen davon gegessen, alles Abfall. Wieso muss jede Handlung in der Wirtschaft vom Profitdenken gesteuert sein? Muss man wirklich unendlich viele Hühner unter schrecklichen Bedingungen halten, um sie günstiger zu “produzieren”? Nur weil man am Ende die Hälfte wegschmeißen kann und trotzdem noch mehr Gewinn macht, als an einem fair behandelten Tier?

Natürlich sehe ich das als überzeugte Vegetarierin noch extremer, aber sollte nicht jeder Mensch zumindestens Respekt vor dem haben, was für sein Essen gestorben ist, und es wenigstens nicht verschwenden?

Wie konnte es bitte nur so weit kommen?

 

Mit all diesen Gedanken und Erfahrungen habe ich mich dann doch sehr deutlich gegen mein Studium des Internationalen Management entschieden, denn ein großer Teil davon, beschäftigt sich dann doch mit genau diesem Profitdenken, was ich inzwischen wirklich verabscheue.

 

Nächstes Jahr September werde ich nun International Development Management in Holland studieren. Mit Schwerpunkten wie Fair Trade, Wasser- und Essensversorgung oder auch moralisch psycholgischer Entwicklungshilfe, kann ich das, was mich wirklich interessiert nicht nur als Hobby verfolgen, sondern mich vollkommen darauf konzentrieren, um am Ende wirklich etwas bewirken zu können. Halbe Sachen machen, ist in diesem Fall einfach nichts für mich.

 

Und jeder der mit sagt, dass man mit diesem Job kein Geld verdienen kann, es keine sichere Branche ist oder sonst irgendetwas in der Richtung, der soll bitte nochmal von vor mit dem Lesen anfangen!

Schließlich macht mich genau das glücklich. Das Gefühl etwas im Leben richtig zu machen, ist unbezahlbar. Und in diesem Sinne ist mir egal, was die Gesellschaft einem vorschreibt, ich mache das, was ich für richtig halt.

 

Und deshalb reise noch weiter, trampe und lebe weiterhin aus Supermarktcontainern. So verschwende ich nicht nur nichts, sondern ich kann sogar die Verschwendung von anderen reduzieren. Man findet schließlich alles, was man im Leben braucht im Container. Von Gebäck, Obst, Gemüse, Mehl, Müsli, Käse, Milch bis Eiern und gelegentlich sogar Schokolade oder Whisky. Alles war hier und da mal dabei. Mein Abenteuer geht also noch ein Jahr lang weiter, ich freu mich drauf!

20August
2014

Australien ganz kurz

Ok, irgendwie hab ich das Blogschreiben in dem letzten halben Jahr ja doch ziemlich vernachlässigt..

Alles irgendwie zusammenfassen, was ich in dieser Zeit erlebt habe, ist sowieso unmöglich, aber ein paar Eindrücke kann ich hier ja trotzdem mal geben.

 

Trampen, im Zelt wohnen, cochsurfing, containern, Pedicaps, Heinz und Lentil.. Das beschreibt meine letzten Monate in Australien wohl am besten.

 

Aber jetzt nochmal langsam:

Zunächst ging es für mich nach Adelaide zusammen mit Tim (Deutscher) und Andrew (Ire) über Port Augusta, Cooper Pedi, Uluru, Katatjuta, Alice Springs, Kings Cannyon, Kakadu Nationalpark und vielen anderen kleinen Stops nach Darwin. Hier war das Klima zunächst erschlagend, doch im Laufe unseres sechswöchgen Aufenthaltes dort, kam auch die Trockenzeit mit deutlich angenehmeren Wetter. Hier haben wir wieder den Pedicapjob gemacht, der sogar noch besser als in Adelaide lief, und mir den Rest meines Aufenthaltes hier finanzieren sollte. Einige Zeit habe ich wieder auf einer Couch gelebt, dann draußen auf einem Stückchen Wiese...

Und dann hat unsere kleine Dreiergruppe hier auch noch Zuwachs in Form von Heinz- unserem geliebten Campervan- bekommen, der von da an unser Zuhause war.

 

Bevor wir dann den Roadtrip Richtung Darwin starteten, ging es noch auf einen 2 Wochen langen Trip nach Indonesien, da die Flüge so unglaublich günstig waren und wir einfach mal wieder etwas anderes sehen wollten. Von Bali selbst waren wir allerdings nicht allzu begeistert, da der Tourismus vieles zerstört hat, aber die Gili Islands waren definitiv einen Besuch wert. Hier gibt es keinen Verkehr, keine Autos, keine Roller, nichts. Nur kleine Pferdekutschen und Fahrräder dienen hier als Fortbewegungsmittel, Magic Mushroom Shakes sind legal und werden an jeder Ecke verkauft, die Strände sind schön, alles friedlich und harmonisch. Mit schnorcheln, Kanu fahren, surfen und Raggaepartys kam uns unsere Zeit auf den Inseln viel zu kurz vor und schon ging es zurück nach Australien.

 

Hier sollte nun nach einigen letzten Pedicapschichten einer der lustigsten Abschnitte meiner Reise starten. Mit Heinz ging es los, über Broome, Port Hedland, unzählige Strände, Karijini Nationalpark, Shark Bay, Monkey Mia, Coral Bay, Geroldton, die Pinaccels und so vieles mehr bis nach Perth. In dieser Zeit bestimmten die Supermarktcontainer, ob eine Stadt uns gefiel oder nicht, den wir sind völlig in dieses System verfallen. Unser Heinz wurde über 4wd Strecken gefoltert ohne Ende, doch letzten Endes ist er uns doch abgesehen von einem kleinen Zwischenfall namens Zündspule sehr treu geblieben.

Wasser auffüllen, einen guten Parkplatz zum Schlafen suchen, bei dem einen die Ranger morgens nicht wecken, sich vor der Polizei fürchten, da wir einen Sitzplatz zu wenig hatten, die Suche nach freien Duschen, Strom und der nächsten Domino’s Pizza.. All das bestimmte unseren Alltag.

 

Nach 5 Wochen kamen wir dann in Perth an, was eigentlich keiner von uns wirklich wollte, da sich hier unser Gespann wohl auflösen sollte. Andrew musste von hier aus zurück nach Irland fliegen, Tim einen Job suchen, Heinz sollte an die nächsten abendteuerlichen Backpacker weitergegeben werden und ich sollte mich nun langsam auf den Weg zurück nach Melbourne machen, da mein Flug nach Deutschland schon in 4 Wochen abfliegen sollte. Der Abschied von Andrew fiel uns allen schwer- nach 5 Monaten, 24Stunden täglich zusammen verbringen, fehlte doch plötzlich jemand. Zwei Tage später schloss sich Heinz einem Argentinier an, der ihn wieder Richtung Norden fahren wollte.

Aber statt eines letzten Abschiedes kam es erfreulicher Weise dazu, dass Tim sich mir doch noch angeschlossen hat, und wir zusammen nach Melbourne getrampt sind. In diesen Tagen gab es wieder unendlich viele gute, lustige Geschichten von den verschiedensten Leuten, ob Roadworker, Aboriginies, Truckfahrer, oder Anwohner, alle hatten ihre Geschichten und wurden ein Teil unserer Reise. 12 Lifts später kamen wir dann in Melbourne an und waren hin und weg von der Freundlichkeit, die wir unterwegs erleben durften.

 

Meine letzten 16 Tage verbrachte ich dann wieder mit alten Freunden, auf bekannten Couches und natuerlich bei Lentil!

Am Ende durfte ich sogar überrascht feststellen, dass ich einiges in Australien angespart hatte und das Land mit Profit statt Ausgaben verlassen werde.

Der Abschied von Tim am Ende war natürlich nicht gerade der einfachste, schließlich haben wir fast 7 Monate zusammen verbracht, ohne uns auch nur einen einzigen Tag nicht zu sehen. Aber irgendwie habe ich sehr fest im Gefühl, dass ich ihn auf jeden Fall wiedersehen werde, daran besteht gar kein Zweifel, denn reisen schweißt einen einfach unglaublich zusammen.

 

Insgesamt muss ich sagen, dass Australien für mich eine unglaublich schöne Zeit war, keine Frage, aber das lag mit Sicherheit nicht am Land selbst. Australien kam mir des öfteren wie Europa mit weniger Kultur vor, mit größeren Distanzen und mehr nichts. Die Natur war an vielen Orten beeindruckend, gigantisch, sehenswert, aber wenn ich mir vorstelle, die gleiche Distanz in Europa zu reisen, würrde man schon deutlich mehr mitnehmen. Von Perth nach Melbourne trampen- 4000km- absolut kein Problem. Ist schließlich nur von einer Stadt in die nächste. Aber von Oslo bis Rom, was gerade mal halb so weit voneinander entfernt ist, klingt dagegen völlig verrückt.

 

People make places- keine Frage. Mit meinen Reisepartnern hatte ich definitiv Glück. Ich möchte die Erfahrung auf keinen Fall mehr missen, auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass Ghana mich doch deutlich mehr gefangen hat.

 

 

 

Nach Ghana dachte ich, dass es so selbstlose Menschen, die einem immer behilflich sind, nur in Entwicklungsländern gibt. Australien hat mir bewiesen, dass man sie überall treffen kann.

Menschen, die einem eine heiße Dusche bei sich zu Hause anbieten, wenn sie an einem kalten Tag an unserem Zelt vorbeigehen.

Menschen, die einem blind vertrauen und einen Haustürschlüssel geben, damit man kostenlos auf ihrer Couch schlafen kann und sich wie zu Hause fühlt.

Menschen, die für einen an der Straße anhalten, einen mitnehmen, und interessiert und offen deiner Geschichte zuhören.

Menschen, die einfach gegen den Strom schwimmen, nicht über Profit nachdenken, glücklich mit ihrem Leben sind und dieses Glück gerne teilen.

 

Es gibt keine Grenzen und Regeln für das Leben, das habe ich inzwischen gelernt. Im Leben geht es nicht darum erfolgreich zu sein, einen guten Job zu haben, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen. Es geht einzig und allein darum, glücklich zu sein!

20März
2014

Wenn man einfach mal wieder alle Plaene aendert- Great Ocean Road und Adelaide!

Perfekte Jobs, Freunde, kostenloses Essen und wohnen.. Das ist fuer mich doch zu perfekt, ich musste mal wieder etwas dummes anstellen!
Und so habe ich auch mein geliebtes Melbourne einfach unueberlegt von heute auf morgen verlassen.. Aber gut, genau das musste ich wohl auch tun, denn man wird viel zu schnell bequem in dieser Stadt, und da ich nicht in Australien bin, um mich Tag fuer Tag bei Lentil as Anything durchzufuttern, sondern um zu reisen, war es auch eine super Entscheidung weiterzuziehen.
Goodbye Melbourne, Goodbye Lentil, See you!

Wenn man abends in dem Sharehouse sitzt, in dem man illegaler Weise ohne zu bezahlen wohnt, und ploetzlich ein perfekter Relocationdeal nach Adelaide auftaucht, muss man halt einfach zugreifen. Der Deal war einfach ideal. Fuer die Rueckfuehrung unseres lieben Wohnmobils wurden uns 1000 Dollar gezahlt, die kompletten Benzinkosten uebernommen und wir konnten sogar einen 3 Tage langen Umweg ueber die Great Ocean Road machen. Dafuer bezahlt werden, an den schoensten Straenden baden zu gehen, mit lauter Musik und Vollgas durch die Gegend zu duesen, Kaengerus und Schnabeligel an einer Lagune zu beobachten, mit den lustigsten Farmern und ihren riesenziegen in Kontakt kommen, halb heulen vor lachen wegen den daemlichsten Aktionen im Auto haengen... Was will man bitte mehr vom Leben?


 

Alles in allem war unser Roadtrip einfach genial, auch wenn wir hin und wieder voellig unfaehig waren, die Orientierung und den Verstand verloren haben und aehnliches, Spass hatten wir auf jeden Fall!
Dass ich dafuer mein perfektes Leben mit meinen 3 Jobs in Melbourne aufgegeben habe war bereits nach den ersten Kilometern kein Thema mehr. Alle Zweifel wurden wieder von der Reiselust beseitigt und zusammen mit Tim und Sofia war diese spontane Aktion mit dem Relocationdeal echt eine geniale Idee.

Und dann sind wir, mit etwas Verspaetung und leicht missglueckten (aber leckeren) Pancakes in Adelaide angekommen.. Allerdings waere die Verspaetung mehr als nur "etwas" gewesen, wenn man mir nicht zum Zeit zurueckholen das Fahren am Ende ueberlassen haette, denn zu schnell einen riesigen Campervan zu fahren, ist auch nicht so ganz selbstverstaendlich ;) Aber gut, wir sind heile angekommen, trotz meiner Fahrkuenste.
Aber was wir hier wollen, wusste keiner von uns wirklich. Adelaide ist ist aber insgesamt echt ziemlich schoen, auch wenn hier nicht viel los ist. Mein Leben als Penner hat hier auch wieder begonnen und ich habe angefangen am Strand, in Garagen oder in Gaerten zu schlafen, aber irgendwie hat dieses Leben auch gerade was. Man erlebt auf jeden Fall 1000 mal mehr als in einem normalen Hostel, und spart nebenbei einen Haufen Geld.
Und dann kam der perfekte Job in mein Leben!

Pedicapfahrer, oder wie man es auch nennen mag. Ich miete mir taeglich ein Fahrradtaxi, dass im Grunde meine eigene Disco ist. Laute Musik an die Boxen angeschlossen, bunte Lichter an, und auf geht es ins Nachtleben. Auch wenn man teilweise bis zu 240$ Miete die Nacht zahlen muss, kann man locker 300$ die Nacht an Gewinn machen, und hat nebenbei unendlich viel Spass. Singend und tanzend Fahrrad fahren, mit Leuten scherzen und quatschen, lachen, das Leben geniessen... Und dafuer Geld bekommen. Ich kann mir ehrlich keinen besseren Job gerade vorstellen. Ok, die Anstrengung sollte man nicht unterschaetzen, aber man kann es ja auch einfach als kostenloses Fitnessstudio interpretieren ;)
Ich verdient ordentlich Geld, Tag fuer Tag, und dass einfach nur mit einer Menge Spass. Hin und wieder wollen einen die Leute auch mit Gras bezahlen, sind so betrunken, dass sie auch fuer 10 Minuten 50 Dollar springen lassen oder die Musik faellt aus, sodass man aus guter Laune raus einfach anfaengt zu singen, um das auszugleichen.. Es gibt unendlich viele lustige Geschichten aus diesem Job, und ich denke, dass ich diesem Job auch vorerst treu bleiben muss :D

Oh, mein ueblicher Abschlusssatz ist diesmal ueberflussig, die Bilder kann ich tatsaechlich jetzt schon mit hochladen!

04März
2014

Life is what happens to you while you're busy making other plans

Und mal wieder haenge ich hier total hinterher.. Alles jetzt nachzuholen, waere zum einen zu viel, und zum anderen gerade zu anstrengend fuer mich, also kommt jetzt nur eine Kurzfassung von den Sachen, die mir am meisten im Kopf haengen geblieben sind.

Also zuerst war da die Chineese New Year Party in Sydney, die doch ganz unterhaltsam wurde. Und dieses mal habe ich das Feuerwerk sogar gefunden, somit lief da tatsaelich alles mal halbwegs wie geplant, was hier echt an ein Wunder grenzt.

Dann hiess es bereits: Job verloren. Healthy Clean hatte nich mehr genug Auftrage, da die Pruefungszeit der Krankenhaeuser vorbei war, sodass sie die Letzten, die eingestellt wurden, kuendigen mussten. Dieser Tag endete dann mit einer Tuete Goon auf der Strasse und schliesslich mit dem Entschluss, Sydney zu verlassen und nach Melbourne weiterzuziehen.

Und dann begann auch schon der chaotische Abschnitt Melbourne, der eigentlich ueberhauopt nicht der Plan war..

Melbourne ist fuer mich Chaos und Unentschlossenheit pur.
Und da mein Geld vom Job noch nicht ueberwiesen wurde und ich nicht an mein deutsches Konto gehen wollte, beschloss ich ab jetzt mein Glueck mit Couchsurfing weiter hinauszufordern.
Erste Couch: der liebe, schwule Chris. Dadurch landete ich am Ende auch auf der Geburtstagsparty von einem Filmprduzenten und habe mal wieder festgestellt, wie schnell sich Sachen aendern koennen. Vom Goon auf der Strasse zum Whisky in der Edelbar, und das innerhalb von 2 Tagen. Aber gut, so muss spielt das Leben manchmal, und ich beschwere mich auch wirklich nicht darueber :)

Nach ein paar Interviews, fing mein erster Job hier an: Doorknocking.. Also fing ich an, Elektrizitaet von Tuer zu Tuer zu verkaufen, was zum einen zwar ein scheiss Job war, andererseits aber auch viel zu lachen geliefert hat. Teureren Strom als der bereits vorhandene zu verkaufen laeuft leider nicht so einfach von alleine, aber wenn man dann  an der Tuer in den ersten Drogenhandel geraet oder einen Welpen aufgeschwatzt bekommt, von Rentnern zum Teetreff eingeladen wird oder aehnliches, kann man doch drueber lachen. Irgendwie habe ich dann allerdings gekuendigt, und ich weiss ehrlich nicht genau, wie das passiert ist.
Obwohl.. es lag wahrscheinlich an Lentil.. Lentil as Anything, mein neues Zuhause. Ein Konzept, das einfach genial ist. Ein veganes Restaurant, das alle Sterne der Welt verdient haette, aber jeder zahlt nur das, was es ihm wert ist oder was er hat. Jeder ist an jedem Tisch willkommen, jeder fuehlt sich wohl, keiner wird schraeg angeguckt.
Und hier arbeite ich nun als Volunteer gegen das essen. Und es ist perfekt. Aber zurueck zum Thema: ich habe also den Salesjob gekuendigt, da ich zum Fruehstueck bei Lentils war, und irgendwie da den ganzen Tag haengengeblieben bin und festgestellt habe, dass Doorknocking ein scheiss Job ist, voreinigen wenn er nur Comissionbased bezahlt wird.

Mein Wohnsituation ist zu der Zeit auf eine ideale neue Couch hinausgelaufen: Rachel, eine herzallerliebste durchgeknallte Irin, die in ihrem Sharehouse auch 'Zimmerpflanzen' anbaut. Alle Menschen in diesem Haus sind super lieb nett und freundlich, auch wenn sie meiner Meinung nach etwas zu viel vertrauen in die Macht des Universums setzen. Aber wer weiss, vielleicht waere jeder so ein feoehlicher, verrueckter Hippie, wenn er sich vom Universum dazu leiten laesst, "vegane Kraeutercookies" zu fruehstuecken ;) Auf jeden Fall fuehle ich mich dort immer willkommen und darf immer wieder und so lange ich will dort wohnen, also ist doch alles perfekt. Und irgendwie sind sie zwar alle durchgeknallt, aber in einem gewissen Masse habe sie mit ihrem Gerede meiner Meinung ja auch recht. Manchmal kann man keine Plaene umsetzten, weil man aus irgend einem Grunde etwas anderes tun sollte, auch wenn man keine Ahnung hat, warum sich diese Situation jetzt so oder so entwickelt hat, irgendwie haengt echt alles zusammen und wenn man nur ein kleines Detail, einen Bilckkontakt, ein Wort oder ein Laecheln, aendern wuerde, waere alles anders verlaufen. Aber gut, das wird jetzt zu viel des tiefsinnigen Irsinns ;)

Ansonsten gibt es hier irgendwie noch unendlich viel zu erzaehlen, aber irgendwie ist es halt unmoeglich, alles genau auszufuehren. So habe ich zum Beispiel die Erfahrung machen muessen, dass es absolut nicht witzog ist, wenn ein voellig daemlicher Kakadu einem gegen den Kopf fliegt, denn dieser verdammte Schnabel kann durchaus fuer mehrere Tage Kopfschmerzen sorgen.

Jobmaessig ging es dann auch drunter und drueber, denn ich habe mein Talent dafuer entdeckt, nahezu Stuendlich alle meine Plaene zu andern und taeglich einen neuen Job zu haben und wieder zu kuendigen, denn irgendwas kommt immer dazwischen. So habe ich in einer Shishabar gearbeitet, als Fundraiser, als Doorknocker, ich war ein paar Tage raus und habe fruitpicking gemacht... 
Aber das Fruitpicking war wirklich eine lustige Aktion, als wir einfach aufgebrochen sind, ich uns heile RIchtung North Victoria gefahren habe (diesmal mit unbeschaedigten Spiegeln) und wir einfach kurz danach beschlossen haben, dass es sich nicht rechnet, hier lange zu bleiben, da die Bezahlung beschissen war. So haben wir nur das Benzingeld wieder rausgearbeitet und haben uns wieder auf den Rueckweg gemacht. Aber um ehrlich zu sein, haette uns Lentil eh nur viel zu sehr gefehlt.
Insgesamt hat sich eine echt lustige Gruppe hier gefunden bestehen aus einer 46 Jaehrigen aus der USA, einem 28 Jaehrigem Schweden, einer 25 Jaehrigen Australierin, einem 22 Jaehrigem Argentinier und mir. Man koennte denken, dass diese Nationen und Altersmischung nur schief gehen kann auf die Dauer, aber irgendwie ist es perfekt, jeden morgen in dieser Kombination bei Lentils zu sitzen, und die Pancakes zu geniessen!

Chaos besteht in meinem Leben hier zu 100%, aber es stoert mich bisher noch nicht sonderlich, irgendwie wird sich schon alles finden, ich bin fest von ueberzeugt, dass der perfekte Full-timejob unter meinen 6 Vorstellungsgespraechen steckt, die ich diese Woche noch vor mir habe!
Ausserdem habe ich hier jetzt auch einen Aushilfsjob als kitchenhand gefunden, sodass ich an den Wochenenden in einer Pizzeria arbeite, allerdings ist die Bezahlung eher schlecht und insgesamt kann ich halt nicht sehr viele Stunden dort arbeiten. Aber hey, besser so als gar nicht, und es ist der erste bezahlte Job hier in Australien, von dem ich sagen kann, dass er mir Spass macht, also sag ich lieber nichts dagegen.

Alles in allem liebe ich dieses Chaos in dem ich lebe, und trotz meiner Unentschlossenheit bezueglich der Weiterreise und den Jobs, komme ich sehr gut mit dem Geld klar, dass ich hier immer mal verdient, also bin ich doch sehr zufrieden mit der Situation.
Melbourne an sich gefaellt mir auch super.. die Pinguine am Strand beobachten, mit Freunden abends weggehen, Aldikekse futtern, Peterpans Wifi ausnutzen, im Park entspannen, Gumtree nach Jobs durchsuchen, nach der naechsten, kostenlosen Schlafgelegenheit Ausschau halten... Der Alltag entwickelt sich langsam und das Ziel hier wirklich nur etwas Geld fuer die Weiterreise zu verdienen, verliere ich immer mehr aus den Augen..

Gut, soviel zur Zusammenfassung. Ich hab mit Sicherheit 1000 lustige und berichtenswerte Zwischenfaelle ausgelassen oder vergessen, aber ich denke das duerfte reichen, um euch mal einen Ueberblick zu verschaffen, was ich hier so treibe :)
Ich kann wirklich nur jedem empfehlen: Kommt mal aus euch raus, erlebt etwas, geniesst euer Leben! Geht verrueckte Risikos ein, macht euch nicht zu viele Gedanken und habt eine geniale Zeit, man kann nicht immer nur Vernunft und die Zukunft im Kopf haben, das Leben ist schliesslich zum Leben da!

31Januar
2014

Wenn man am ersten Arbeitstag das Auto zerstört..

Aber fangen wir mal ganz von vorne an, denn ich hab hier wohl noch einiges aufzuholen. 

In Wangaparaoa hat es mir dann doch nicht mehr so ganz gefallen und deshalb habe ich beschlossen, dass es im Leben noch genug Sachen gibt, die man durchziehen muss und diese gehört definitiv nicht dazu. Ich bin am anderen Ende der Welt, um meine Zeit hier zu genießen, nicht um durchzuhalten, also ging es dann spontan zurück nach Auckland. Dort habe ich mich wieder zum idealen Penner entwickelt und auch meinen Spaß am trampen gefunden, hab mir das Nachtleben dort mal angesehen und mich mit Dominos Pizza angefreundet.

...Und dann war ich plötzlich in Sydney. Alles schnell und spontan. Und auf ein Mal stand ich mal wieder unorganisiert in einem neuen Land, mal wieder ohne Hostel, Flughafentransfer oder sonst irgendwas, was man auch njr im entferntesten als Plan hätte interpretieren könnten. Doch irgedwie fühlte sich das komischerweise schon völlig normal an, denn so langsam kriegt man selbst bei solchen Aktionen doch recht schrägen eine Art Gewohnheit.

Aber Gott sei Dank hat mich auch hier meine Glückssträhne noch nicht verlassen, denn bereits wenige Stunden nach meiner Ankunft hatte ich sogar einen Job in der Tasche, der nun wirklich nicht schlecht bezahlt wird und das, obwohl mir mehrfach gesagt wurde, dass es nahezu unmöglich ist, überhaupt in dieser Jahreszeit hier etwas zufinden. Jetzt bin ich ein fleißiges Mitglied von healthy clean und arbeite von morgens bis Abends um irgendwie wieder Geld reinzukriegen, was erstaunlich gut klappt. Mit dem Steam Gradinen in Krankenhäusern absaugen oder den Teppich in Universitäten reinigen, irgendwas gibt es immer zu tun. Dass ich gleich am ersten Tag den Seitenspiegel vom Arbeitsvan ins Auto verfrachtet habe, fand allerdings niemand so gut wie ich selbst, aber wozu braucht man bei einem so großen Auto bitte auch zwei Spiegel von außen, wenn die Parkplätze so klein sind? Im Endeffekt hab ich den Job aber auch dadurch nicht verloren, aber die kleine deutsche Backpackerin die nie links gefahren ist, mit Automatik keine Erfahrung hat und noch nie einen so großen Van gefahren ist, lässt man jetzt nur noch sehr bedacht ans Steuer.. völlig unverstandich ;)

Mein erster freier Tag war der Australiaday, an dem Alex und ich es tatsächlich vollbracht haben, dass Feuerwerk einfach nicht zu finden, obwohl wir mitten in Sydney waren. Dann habe ich mich noch schön am Bondi Beach verbrannt und ein sehr unterhaltsamer Abend in der Bar hat sich auch noch ergeben nachdem ich mal wieder meine wahnsinnig reife und sinnvolle Phase hatte. Insgesamt kann man aber feststellen, dass die Australier unglaublich nett sind, und einem sogar noch ein uraltes Kinderfahrrad von ihrem Sperrmüll auspumpen, nur damit ich nicht weiterhin barfuß die 8km bist zu Strnd laufen muss. Das Fahrrad hat somit noch zu einem sehr unterhaltsamen Tag beigetragen, und ist dem Müll gerade noch entkommen.

 

Alles in allem genieße ich das Leben hier in Sydey in vollen Zügen, aber trotzdem freue ich mich schon total darauf, dass es nächste Woche endlich raus Richtung Melbourne geht. Inzwischen hat es sich auch ergeben, dass Alex und ich eine Zeit lang zusammen reisen werden und auch der Kauf eines Vans, den ein Arbeitskollege loswerden will, steht noch zu Diskussion. Irgendwie schon schräg, wenn man jemanden aus der Schule plötzlich in down under trifft. Wie auch immer, konkrete Pläne habe ich wie immer nicht, aber ich werde mich bemühen, den Blog in Zukunft besser auf dem aktuellen Stand zu halten als in letzter Zeit!

Und wie üblich, ein paar Bilder folgend später...

15Januar
2014

Whangaparaoa und endlich das AUSRALIENVISUM

Und ob ich es nun drauf angelegt habe oder nicht, ich hab inzwischen tatsächlich ein wenig Ahnung, was ich tue.

Einen Job habe ich inzwischen, ich arbeite als Aupair in Whangaparaoa. Hier muss ich auf die fast zweijährige Eden aufpassen und darf dafür hier wohnen, darf mich in der Küche bedienen und werde für Überstunden sogar bezahlt. Ich wohne direkt am Strand, die Familie hat ein riesiges Haus und insgesamt scheinen alle wirklich nett zu sein. Ich wurde gestern sofort dazu überredet, mich im Tennisspielen zu probieren, was allerdings hätte deulich besser aussehen können und danach sind wir noch beim Sonnenuntergang zum Meer gefahren, und haben uns an einer wunderschönen Bucht mir einem Seil vom Baum herab ins Wasser geschwungen.

Insgesamt kommt mir ein Tag hier vor wie eine Woche oder sogar noch mehr. Gestern saß ich um diese Zeit noch planlos mit allem was ich hier besitze bei Burgerking und hab Pommes gefrühstückt um kostenloses Wifi zu bekommen, und heute hab ich bereits gearbeitet, sitze in meinem schönen, eigenen Zimmer und hab sogar schon ein Australienvisum in der Tasche. Ja genau, nach allem hin und her habe ich tatsächlich mein verdammtes Working Holiday Visa noch bekommen, man glaubt es kaum! Somit hab ich jetzt wohl irgendwie einen Plan, auch wenn ich damit eigentlich nie gerechnet habe. Ich denke ich werde noch genau einen Monat hier in Neuseeland bleiben, damit ich am 15.02. meinen Flug nach Fiji ausnutzen kann, um da ein paar Tage mein Leben zu genießen und danach direkt weiter nach Australien zu fliegen. Aber ihr kennt mich, natürlich können sich solche Pläne bei mir immer noch ändern, sonst wäre es irgendwie kein Plan von mir ;)

Ansonsten habe ich hier bisher festgestellt, dass die Neuseeländer wirklich unglablich freundlich sind und auch Aktionen wie trampen problemlos funktionieren. Das Leben ist hier allerdings ziemlich teuer, aber wenn man es drauf anlegt und weiß wie, kann man auch hier völlig ohne Geld überleben.

13Januar
2014

Planlosigkeit und Rangitoto

Planlos bin ich natürlich immer noch. Neseeland, Australien, Fiji.. Ich weiß es nicht. Ich weiß doch zur Zeit nichtmal, wo ich die nächste Nacht schlafen werde, wie soll ich dann bitte in langen Zeiträumen oder weiten Entfernungen denken?

Aber gut, immerhin läuft an sich alles deutlich besser, als ich je erwartet hätte. Das chest x-ray für mein Australienvisum habe ich bereits hinter mir und mindestens einen Job habe ich auch schon in der Tasche. Aufgrund eines Todesfalls in der Familie der Farmbesitzer könnte ich jetzt leider erst am 21.01. anfangen, auf einer Hühner und Schafsfarm mit Hundezucht und Hundeschule zu arbeiten. Außerdem warte ich noch eine eine Rückmeldung von einer vorläufigen Zusage als Aupair hier in Auckland. Aber mal ganz ehrlich, Auckland ist nicht hässlich, zugegeben, für eine Großstadt echt schön, aber in großen Städten kann ich überall wohnen, dafür muss ich nicht ans andere Ende der Welt fahren. Zur Zeit zieht es mich einfach mehr weg, irgendwo ins nichts.

Gestern habe ich mit einigen Leuten, die ich hier kennengelernt habe, einen Ausflug nach Rangitoto gemacht. Das ist eine Vulkaninsel, die mit der Fähre keine halbe Stunde von hier entfernt ist .     Dort sind wir dann fast 6 Stunden gewandert, bis oben auf den ehemaligen Vulkan rauf, haben die Aussicht genossen und sind noch durch einige Lavahöhle gekrochen. Die Überlegung, zusammen mit den 8-beinigen Mitbewohnern da eine Wg zu eröffnen, gab es zwar, aber ich schätze, dass die Spinnen doch recht froh waren, als sie wieder ihre Ruhe hatten. 

Insgesamt war es dann doch ein wirklich schöner Tag, der sämtliche Vernunft in meinem Kopf zerstört hat, und mich auf die dämlichsten Gedanken für die kommende Zeit gebracht hat, aber egal.

09Januar
2014

Richtung anderes Ende der Welt

Sprich niemals von einem hypthetischen Problem, dass ich mit  Visumsverstößen auseinandersetzt, sonst beschlist dieses Problem Wiklichkeit zu werden und hast du es am Ende wirklich. Das ist das Erste, was ich auf diesem Trip gelernt habe.Aber fangen wur mal von vorne an...Dienstag früh habe ich mich auf den Weg gemacht, mich einfach trotz allem ins Fluzgzeug gesetzt und los. Wider erwartens hatte ich mit dem Gepäck überhaupt keine Probleme. Zum Beispiel beim Packen musste ich feststellen, dass es wirklich nicht schwer ist, alles auf ein Handgepäck zu reduzieren, sodass ich im Rucksack unglaublicher Weise sogar noch recht viel Platz übrig hatte. Mit dem Gewicht sah es da aber dann doch anders aus, also sollte der Rucksack auch nicht mehr weiter aufgefüllt werden. Mit meinen 7,5 Kilo ging es dann los zum Flughafen, wo ich auch problemlos meine Bordingcards bis nach Melbourne bekommen habe, obwohl es ja verschiedene Airlines sind, mit denen ich bereits bis dorthin fliege. Mit dem Problem, ohne Bordingcard in der Sicherheitszone zu hängen, sollte ich mich also erst in Melbourne anfreunden müssen. An meiner ersten Etappe, Paris, ging mein Glück mal wieder los. Der einzige Flug, der Verspätung anzeigte, war natürlich meiner. Aber halb so wild, dafür bin ich auf dem Flug wegen einem Fehler sogar in der Businessclass gelandet, also alles noch super.

Mit meinem knappen Kilo Übergewicht bei dieser Airline sollte ich auch hier kein Problem kriegen. Aber das Thema "vegetarisches Essen" wird hier sehr fraglich verstanden, denn jetzt habe ich einfach nur fünf mal den Nachtisch bekommen, da der das einzig Vegetarische war.. Naja, nach den Cupcakes musste ich jedenfalls nicht mehr hungern. Aber ab China wars das endgültig mit lustig. Erst die Kontolle, in die ich gerate, ok, einmal alles auspacken und weiter... Pustekuchen. Dann kommt das Sicherheitspersonal und will doch ernsthaft mein Umstiegsvisum für Australien sehen.. An sich kein Problem, aber leider besitze ich überhaupt keines, da ich es so verstanden habe, dass ich das in meinem Fsll nicht brauche.. Nach längeren Diskusionen hieß es doch auf zur internationalen Polizei, ob ich nun wollte oder nicht. Aus irgendeinem Grund fand ich das ganze aber irgendwie noch nicht beunruhigend, was mich im nachhinein selbst ziemlich wundert. Mein Vorteil war es letzten Endes, dass der zuständige Polizist ein Fan der deutschen Fußballmannschaft war, dementsprechend hat er ein Auge zugedrückt und dafür gesorgt, dass ich pünktlich wieder zurück am Flughafen war und meinen Flug noch bekommen habe. Aber natürlich sollte es hiernach noch viel schlimmer werden. In Australien angekommen, musste ich mich erstmal um eine Bordingcard kümmern und durfte zu allem Überfluss feststellen, dass ich leider ab hier nicht weiterkomme, sondern sofort zurückfliegen muss. Nein danke! Letzten Endes bin ich jetzt noch eine Runde ärmer als ich vorher war, hab aber eine Möglichkeit gefunden, um doch noch weiterzufliegen: und die heißt Fidschi!Ja ich weiß, wie schräg das klingt, aber es war wirklich der Weg, der am wenigsten Geld verschwinden lässt.     

Im Grunde hat sich herrausgestellt, dass ich ohne Rück- oder Weiterflug nicht nach Neuseeland einreisen darf, wenn ich nicht gerade 900€ für ein Sondervisum zahlen möchte. Aber einen Rückflug nach Australien erkennt natürlich auch keiner an, denn dann müsste ich ein gültiges Visum für Australien vorweisen, was ich ja leider auch nicht habe. In Fidschi brauche ich dagegen kein Visum, dementsprechend war das die günstigste  Alternative,einen Weiterflug nach Fidschi zu buchen. Also geht es dann vielleicht noch nach Fidschi weiter, aber derzeit habe ich ja orginal überhaupt keinen Plan mehr. Und als ob das schon nicht alles genug wäre, hänge ich, endlich in Neuseeland angekommen, noch drei Stunden beim Zoll fest, Muss alles durchsuchen lassen, Dorgen und Alkohlteste machen.... Einfach alles, bis ich dann doch noch rausgelassen wurde.Jetzt habe ich erstmal für zwei Nächte ein Hostel und versuche in dieser Zeit mein Chaos mal etwas zu sortieren. Und ab jetzt heißt es fleißig schreiben, denn so wird mein Leben echt teuer. Und ich bin wirklich unendlich froh über diesen verdammten Job als Texter, sonst hätte ich schon längst die Krise gekriegt. Zwar ist hier mein Problem, dass ich für das Internet leider schon bezahlen muss, sodass ich erstmal die Kosten wieder rausarbeiten muss, aber versuchen will ich es trotzdem, damit meine Ausgaben so gering wie möglich zu halten, bis ich irgendwo eine Arbeitserlaubnis habe.Aber mal ganz ehrlich, trotz allem gehts mir super und ich freu mich auf dieses Abenteuer, andere kaufen sich ein Auto, ich leiste mir die genialste Zeit überhaupt, den auch an Gespräche mit der internationalen Polizei in China werde ich mich vermutlich mein Leben lang mit einem Lächeln im Gesicht erinnern. Also selbst wenn jetzt etwas Geld drauf geht, ich bin immernoch glücklich, hier gelandet zu sein.Ich bin frei, kann machen was ich will, lebe wieder dieses geniale Leben und bin nicht mehr am Verzweifeln. Auch wenn ich bisher noch Ghana bevorzugen würde, ich gebe dem anderen Ende der Welt jetzt auch mal eine Chance!

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.